Franza MAIER

*1974 Eisenstadt

Franza Maiers Blätter sind ein zart-melodischer Hauch von Allem. Sie entstehen rasch, spontan, scheinbar beiläufig und wirken so ausgewogen, komplett und differenziert, wie sie nur jemand schaffen kann, der künstlerisch ganz bei sich ist.
Maier arbeitet stets umgeben von einer reichhaltigen Klaviatur an Materialen, auf die sie im Prozess zügig und ohne Vorbereitungsaufwand zugreifen kann. Sie schafft sich so ein ideales Arbeitssetting um `aus-dem-Handgelenk´ Stimmungen zu kristallisieren.

Tatsächlich zeichnet und collagiert Franza Maier teilweise mit streng geometrischen Formen, Schablonen, hart am Lineal gezogenen Linien oder Klebebändern. Ihre Form- und Farbensprache ist aber derart variabel, dass von einem Schema keine Rede sein kann.
Franza Maier arbeitet mit unterschiedlich ausbalancierten Mischtechniken. In ihre teils abstrakt, teils gegenständlich gehaltenen Faser- und Bleistift-Zeichnungen können Spuren von Acryl- und Aquarellfarben vorkommen, ebenso wie eingeklebte, manchmal erhabene Materialien. Maier stellt beißend fluoreszierende Farben neben zartere, gedämpfte Töne, sie spielt mit der Sterilität technischer Zeichnungen und konfrontiert sie mit schnellen, fahrlässigen Konturstrichen. Sie wechselt ebenso zwischen freizügig großen, homogenen Flächen und grafischen Detailarbeiten - vielfarbigen, intensiven Ballungszentren unterschiedlicher Materialität und ausführlichem Minimalismus und weißer Leere auf dem Blatt.

Franza Maier arbeitet sowohl zu Hause als auch im Atelier. Für die Bilderhängungen und Ausstellungsgestaltungen gibt es einen regelmäßigen Ideenaustausch zwischen der Künstlerin und dem KuratorInnen-Team.
Franza Maier lehnt es aber entschieden ab, selber Erklärungen oder gar Interpretationen zu ihren Bildwerken abzugeben. Übersetzt auf ihre Grafiken hält sie es mit Lewis Carroll: Was also immer an plausiblen Sinn in dem Buch steckt, ich nehme das gerne als den Sinn des Buches hin. („Die Jagd nach dem Schnark“ Insel Verlag, 1982)

 

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