Eve PATZAK


Eve PATZAK Arbeiten sind schnelle zeichnerische Sequenzen, die sie, mit einer nur auf das für sie Wesentliche reduzierten Linienführung, auf das Blatt bringt. In einfachen Konturen setzt sie Figuren in spärlich definierte (Beziehungs-) Räume. Etwas mehr betont Patzak die Kopfpartien ihrer Gestalten. Puppenartig stilisierte Gesichtszüge schreibt sie in die ballonförmigen Köpfe ein – Patzak begrenzt sich aber auch hier auf eine kompakte, wenig profilierte Silhouette. Für das Haupthaar, lange Strähnen, ausrasierte Nacken oder Halbglatzen unterbricht sie allerdings ihren bündigen Linienfluss und formuliert die Frisuren vergleichsweise deutlich aus.

Tatsächlich geht es in ihren Abbildungen nicht so gradlinig zu, wie es ein erster Eindruck vermitteln möchte. Die Figuren sind oft von ihrer Rückenansicht gezeichnet, weswegen der Betrachter sich in die Szenerie hineingezogen fühlt. Patzak unterstreicht die abgewandte Haltung über die Darstellung behaarter Hinterköpfe. Immer wieder verbiegen, beugen und winden sich die Körper mit angelegten Armen, einigen Naturgesetzen zum Trotz – ein theatralischer Akt, der wohl auch deshalb eine so eindringliche performative Wirkung hat, weil er ohne großartige Kostümierung und pathetische Gesichtszüge der DarstellerInnen auskommt. Patzaks Zeichnungen sind tiefe, emotionale Gesten. Lakonisch, aber nicht steif.
 
Eve Patzak wurde 1948 in New York geboren und studierte dort auch an der High School of Performing Arts. Ihren Doktor in Psychologie machte sie später in Wien, arbeitete im Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel und setzte sich später als Leiterin des Gugginger Kinderhauses für Reformen ein.
2013 erlitt Patzak einen Schlaganfall, der sie seit dem körperlich und sprachlich einschränkt. Seit diesem Ereignis, einer harten und unvorhersehbaren Zäsur in ihrem Leben, zeichnet sie. Täglich.